Veranstaltung

Diskriminierungssensible Kulturarbeit im Kontext von Flucht und AsylEinführungsworkshop im Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main

Im Zuge des sogenannten Sommer[s] der Migration 2015 wurden eine Reihe von Förderprogrammen auch im Bereich Kunst und Kultur aufgelegt. So sind etliche Projekte und Programme in Kulturinstitutionen entstanden, die die Themen Flucht und Asyl künstlerisch oder kulturell bildend verarbeiten: oftmals für, manchmal mit und selten von Geflüchteten.

Nach mehr als drei Jahren ist es Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme und Fragen wie: Sind Geflüchtete eine Zielgruppe? Welche Motivation haben Kunstschaffende oder Kulturinstitutionen, um mit Geflüchteten zu arbeiten? Sind Fluchterfahrungen bloßes künstlerisches Material? Welche Perspektiven erhalten einen Raum und welche nicht? Was ist der Unterschied zwischen Präsentation und Repräsentation?

In diesem Workshop soll es darum gehen, sich mit der eigenen künstlerischen und kulturellen Praxis, bewussten oder unbewussten Vorannahmen, Haltungen und Motivationen (selbst-) kritisch auseinanderzusetzen, Impulse für einen Perspektivwechsel und Empfehlungen für eine reflektierte, machtkritische und diskriminierungssensible Auseinandersetzung mit Themen und Personen im Kontext Asyl zu erhalten.

Im Rahmen des Workshops findet eine Führung durch die Dauerausstellung »Exil. Erfahrung und Zeugnis« des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 statt.

Referent_innen:

Christel Gbaguidi, Gründer und Geschäftsführer von CHRISTEL GBAGUIDI-ArtFrika Consulting (CGAC, Beratung -und Künstlervermittlung) ist erfahrener Theaterpädagoge (M.A., UdK Berlin), Theaterregisseur und Experte für Biografisches Theater. Er engagiert sich seit 15 Jahren für die Anliegen von Jugendlichen, Geflüchteten und Migranten in unterschiedlichen künstlerischen Projekten mit entwicklungspolitischem Ansatz. Mit diversen Sparten- und Kontinente übergreifenden künstlerischen Projekten in Benin, Berlin und anderen afrikanischen und europäischen Städten fördert er transkulturelle Teilhabe und Miteinander. 2001 gründete er die beninische soziokulturelle Organisation Arts Vagabonds Rezo Afrik Benin, die er seit 2016 leitet. (Mehr Infos hier.)

Marwa Al-Radwany ist freiberufliche Teamerin für kulturelle und politische Bildung und Projektreferentin bei der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e.V. Sie verantwortete als Redaktionsleitung das Dossier Kulturelle Bildung im Kontext Asyl, führte Co-Regie und –Dramaturgie bei den Theaterproduktionen Du bist Deutschland (2006, Förderung durch den Berliner Kultursenat) und Nightmare on Wallstreet (2009) und war an weiteren performativen Projekten beteiligt (Schauspiel / Tanz / Regieassistenz). Sie ist Gründungsmitglied der Initiative Grenzen-Los!, einem Verein für emanzipative Bildung und kulturelle Aktion, der die kollektiv von jungen Menschen geleitete CommUNITY-Bühne Theater X beherbergt.

Die Fortbildung richtet sich spartenübergreifend an alle, die in der Kulturarbeit tätig sind. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Reise- sowie Übernachtungskosten müssen selbst getragen werden. 

Workshopzeiten am 17. Juni: 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Der Workshop ist Teil des Fortbildungsangebots der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel im Rahmen von KIWit.

Der Kompetenzverbund Kulturelle Integration und Wissenstransfer wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kiwit2018z3

Datum: 17. Jun 2019 (09:00 Uhr) | Anmeldeschluss: 10. Jun 2019 |

Seminar buchen